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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

500 Gleichstellungsbeauftragte tagen gegen Antifeminismus

Rund 500 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte treffen sich zur Bundeskonferenz in Lübeck, um gemeinsam Antworten auf wachsenden Antifeminismus zu entwickeln. Diese Vernetzung ist kein Selbstzweck: Gleichstellungsbeauftragte sind in vielen Behörden und Kommunen die einzige institutionelle Stimme gegen Diskriminierung. Wer ihre Arbeit schwächt, schwächt auch den Schutz vor Benachteiligung. Die begleitende Demonstration macht deutlich, dass diese Arbeit keine reine Verwaltungsaufgabe ist, sondern gesellschaftliche Haltung braucht.

Antifeminismus ist kein Randphänomen – er untergräbt demokratische Grundwerte und trifft besonders Frauen, die ohne institutionelle Rückendeckung oft allein dastehen. Gleichstellungsbeauftragte sind strukturell häufig schwach ausgestattet, ihre Arbeit wird unterschätzt. Ihr gemeinsames Auftreten sendet ein Signal: Gleichstellung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine funktionierende offene Gesellschaft.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist das Thema besonders relevant: Ostdeutsche Gleichstellungsstrukturen wurden nach der Wende oft zerschlagen oder stiefmütterlich behandelt, während antifeministischen Strömungen in der Region Aufwind haben. Die Konferenz kann Impulse geben, wie kommunale Gleichstellungsarbeit wieder gestärkt werden kann – auch dort, wo Ressourcen knapp und Widerstände groß sind.