Angst als Werkzeug: Alternativmedien damals und heute
Medien, die gezielt Angst schüren, schwächen das gesellschaftliche Vertrauen und machen demokratische Debatten schwerer. Umgekehrt zeigt das Beispiel Tschernobyl, dass unabhängige Medien Gemeinschaften tatsächlich schützen und mobilisieren können. Für eine offene Gesellschaft ist die Medienkompetenz der Bevölkerung deshalb kein Nice-to-have, sondern ein Grundpfeiler.
In Ostdeutschland – auch in Mecklenburg-Vorpommern – haben rechte Alternativmedien besonders großen Einfluss, was sich in Wahlergebnissen und gesellschaftlichem Klima niederschlägt. Die historische Erinnerung daran, wie unabhängige Medien in der DDR-Bürgerrechtsbewegung Emanzipation ermöglichten, ist dabei kein Widerspruch, sondern ein Maßstab. Demokratische Zivilgesellschaft braucht heute Gegenmodelle: Medien, die Menschen ernst nehmen, ohne sie in Angst zu halten.