Antiziganismus auf Rekordhoch: Sinti und Roma stärker diskriminiert
Wenn eine Minderheit systematisch diskriminiert wird und die Zahlen trotzdem Jahr für Jahr steigen, ist das kein Randproblem – das ist ein Versagen demokratischer Schutzstrukturen. Sinti und Roma gehören zu den am stärksten marginalisierten Gruppen in Deutschland, mit langer Geschichte staatlicher Verfolgung bis in die NS-Zeit. Eine offene Gesellschaft misst sich daran, wie sie Menschen schützt, die keine starke Lobby haben.
Antiziganismus ist in Ostdeutschland besonders virulent – die Erfahrungen aus der Nachwendezeit mit rassistischer Gewalt gegen Sinti und Roma sind noch nicht aufgearbeitet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kaum sichtbare Strukturen, die diese Gemeinschaft unterstützen oder Diskriminierung systematisch erfassen. Der Berliner Höchststand sollte Anlass sein, vergleichbare Monitoring-Strukturen in der Fläche aufzubauen und bestehende Beratungsangebote für Betroffene bekannter zu machen.