Antiziganismus-Bericht: Diskriminierung gegen Roma auf Rekordniveau
Antiziganismus betrifft eine Minderheit, die in der öffentlichen Debatte kaum Gehör findet und deren Diskriminierungserfahrungen systematisch unsichtbar gemacht werden. Wer Grundrechte ernst nimmt, muss auch dann hinschauen, wenn keine breite gesellschaftliche Lobby dahintersteht. Funktionierende Demokratien messen sich daran, wie sie mit den am stärksten Marginalisierten umgehen.
Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Sinti und Roma ebenfalls als gesellschaftliche Gruppe präsent sind und Antiziganismus historisch tief verwurzelt ist, sind solche Berichte ein Spiegel. Kommunale Gleichstellungsstellen und Beratungsangebote für Betroffene rassistischer Diskriminierung existieren in der Region kaum flächendeckend. Der Berliner Bericht kann als Modell für unabhängige Dokumentationsarbeit dienen, die auch in MV dringend gebraucht wird.