Direkt zum Inhalt
faktisch.
Wednesday, 29. April 2026
Ticker
Demokratie & Zivilgesellschaft

Antiziganismus-Bericht: Diskriminierung gegen Roma auf Rekordniveau

Ein aktueller Bericht dokumentiert einen Rekordanstieg antiziganistischer Diskriminierungsfälle gegenüber Romnja, Roma und Sinti in Berlin. Antiziganismus gehört zu den ältesten und gleichzeitig am wenigsten anerkannten Formen des Rassismus in Deutschland. Zivilgesellschaftliche Beratungsstellen schließen dabei eine zentrale Lücke, weil staatliche Stellen diese Vorfälle systematisch untererfassen. Der Bericht zeigt: Sichtbarmachen ist der erste Schritt zu echter Veränderung.

Antiziganismus betrifft eine Minderheit, die in der öffentlichen Debatte kaum Gehör findet und deren Diskriminierungserfahrungen systematisch unsichtbar gemacht werden. Wer Grundrechte ernst nimmt, muss auch dann hinschauen, wenn keine breite gesellschaftliche Lobby dahintersteht. Funktionierende Demokratien messen sich daran, wie sie mit den am stärksten Marginalisierten umgehen.

Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Sinti und Roma ebenfalls als gesellschaftliche Gruppe präsent sind und Antiziganismus historisch tief verwurzelt ist, sind solche Berichte ein Spiegel. Kommunale Gleichstellungsstellen und Beratungsangebote für Betroffene rassistischer Diskriminierung existieren in der Region kaum flächendeckend. Der Berliner Bericht kann als Modell für unabhängige Dokumentationsarbeit dienen, die auch in MV dringend gebraucht wird.