Belarus doxt Exiljournalisten im polnischen Exil per Staatsfernsehen
Wenn Staaten Journalist:innen im Exil per Staatsfernsehen doxxen, ist das kein bloßes bilaterales Problem – das ist ein Angriff auf die Grundlage freier Gesellschaften überall in Europa. Wer kritisch über Wirtschaftssanktionen berichtet, wird hier kriminalisiert; das Schweigen der Öffentlichkeit wäre ein Signal, dass autoritäre Regime ungestraft über Grenzen hinaus agieren können. Der Fall zeigt: Pressefreiheit braucht aktiven Schutz, nicht nur Lippenbekenntnisse.
Raman Pratasevich ist selbst Symbol einer gefährlichen Entwicklung – aus dem Verfolgten wird ein Werkzeug der Verfolger, ein Muster, das aus autoritären Systemen bekannt ist und Einschüchterungswirkung hat. Europäische Gastländer wie Polen tragen Verantwortung, wenn Exilmedienschaffende auf ihrem Boden durch feindliche Geheimdienste überwacht werden. Konkret bedeutet das: Schutzmechanismen für Exiljournalist:innen müssen EU-weit verbindlich und schnell greifen, nicht erst nach der nächsten Eskalation.