Brandanschlag auf Antisemitismusbeauftragten: Angriff auf den Rechtsstaat
Wenn Menschen, die Antisemitismus bekämpfen, selbst zur Zielscheibe von Gewalt werden, ist das ein Alarmsignal für den Zustand unserer Demokratie. Es zeigt, dass Hass nicht abstrakt bleibt, sondern konkrete, physische Konsequenzen für Engagierte hat – und dass soziales Umfeld und Nähe keine Schutzfaktoren sind. Eine offene Gesellschaft kann sich nicht leisten, solche Signale als Einzelfälle abzutun.
Für Brandenburg und die angrenzenden ostdeutschen Länder, darunter Mecklenburg-Vorpommern, ist dieser Fall ein Spiegel: Antisemitismus ist keine historische Fußnote, sondern gegenwärtige Bedrohung. Die Frage, wie Amtsträgerinnen und Amtsträger geschützt werden und wie Zivilgesellschaft trotz Einschüchterungsversuchen handlungsfähig bleibt, stellt sich auch in MV. Es braucht mehr als Beauftragten-Stellen – es braucht echte Schutzkonzepte und politische Rückendeckung.