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Wednesday, 22. April 2026
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Brandenburg plant Landarztquote für bessere Versorgung auf dem Land

Brandenburg plant eine Landarztquote an der Universität Cottbus: Medizinstudierende, die sich zur späteren Landpraxis verpflichten, sollen bevorzugt Studienplätze erhalten. Das Modell könnte dem strukturellen Ärztemangel in dünn besiedelten Regionen entgegenwirken – und wäre auch für Mecklenburg-Vorpommern ein diskussionswürdiger Ansatz. Entscheidend wird sein, ob die Verpflichtungen langfristig eingehalten werden und ob die Rahmenbedingungen auf dem Land – von Infrastruktur bis Praxisnachfolge – tatsächlich attraktiv genug gestaltet werden, damit junge Ärztinnen und Ärzte auch bleiben wollen.

Eine verlässliche Hausarztversorgung ist Grundvoraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Gelingt es, junge Medizinerinnen und Mediziner frühzeitig an ländliche Regionen zu binden, stärkt das nicht nur die Gesundheitsversorgung, sondern auch die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums als Lebensort.

Brandenburgs Landarztquote könnte als Blaupause auch für Mecklenburg-Vorpommern dienen, wo der Ärztemangel in ländlichen Gemeinden ebenfalls akut ist. Die Verknüpfung von Studienplatzvergabe mit regionaler Versorgungspflicht ist ein konkretes Instrument, das über klassische Förderprogramme hinausgeht und strukturell ansetzt. Es lohnt sich, die Umsetzung in Brandenburg aufmerksam zu verfolgen und Lehren für die eigene Gesundheitspolitik zu ziehen.