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Wednesday, 29. April 2026
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Regional MV

Cannabis-Clubs in MV: Sechs Vereine, aber der Schwarzmarkt läuft weiter

Zwei Jahre nach der Cannabis-Teillegalisierung gibt es in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal sechs zugelassene Anbauvereine – viel zu wenig für ein Flächenland, in dem die nächste Anlaufstelle oft Dutzende Kilometer entfernt ist. Der Schwarzmarkt läuft derweil weiter, was den erklärten Schutzzweck der Reform – weniger unkontrollierter Konsum, mehr Aufklärung – bisher untergräbt. Wer auf dem Land lebt und keinen Auto-Führerschein hat oder nicht mobil ist, hat schlicht keinen Zugang zu den legalen Strukturen. Es braucht jetzt eine ehrliche Auswertung, was wirklich funktioniert und was nachgebessert werden muss – nicht nur für die Städte, sondern für die Fläche.

Eine Drogenpolitik, die den Schwarzmarkt zurückdrängen und Konsumenten schützen soll, funktioniert nur, wenn legale Alternativen auch tatsächlich erreichbar sind – nicht nur in der Großstadt. Solange das Angebot so dünn bleibt und Aufklärung sowie Suchtprävention im ländlichen Raum unterfinanziert sind, bleibt der gesellschaftliche Mehrwert dieser Reform weit hinter den Versprechen zurück.

Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet diese Zwischenbilanz vor allem: Sechs Clubs für ein ganzes Flächenland reichen nicht, um irgendetwas zu verändern. Wer nicht in Rostock oder Schwerin wohnt, hat von der Legalisierung praktisch nichts. Die eigentlich wichtigen Fragen – Prävention, Beratung, Jugendschutz auf dem Land – tauchen in der Debatte kaum auf. Kommunen und Sozialdienste brauchen jetzt verlässliche Mittel, keine weiteren Ankündigungen.