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Wednesday, 22. April 2026
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China verschärft Druck auf katholische Untergrundgemeinden

Chinesische Behörden intensivieren den Druck auf underground-katholische Gemeinden, der staatlich kontrollierten Patriotischen Vereinigung beizutreten. Unter Xi Jinpings seit 2016 laufender Sinicisierungskampagne werden rund 12 Millionen Katholiken verstärkt überwacht, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und ideologisch kontrolliert. Human Rights Watch dokumentiert Festnahmen, erzwungenes Verschwindenlassen und Hausarrest gegen Bischöfe und Priester, die sich der Staatskirchenstruktur widersetzen. Die Organisation fordert den neuen Papst Leo XIV. dringend auf, das umstrittene Vatikan-China-Abkommen von 2018 zu überprüfen.

Religionsfreiheit ist ein fundamentales Menschenrecht, dessen Einschränkung durch staatliche Kontrolle ein Warnsignal für den Zustand offener Gesellschaften weltweit darstellt. Die Dokumentation solcher Repressionen durch unabhängige Organisationen stärkt die internationale Rechenschaftspflicht und schafft Grundlagen für politischen Druck – beides unverzichtbar für den Schutz ziviler Freiheiten auch über China hinaus.

Das Vatikan-China-Abkommen von 2018 steht exemplarisch für die Spannung zwischen diplomatischer Pragmatik und Menschenrechtsschutz. Die Erneuerung des Abkommens bis 2028 ohne öffentliche Transparenz und ohne päpstliches Veto bei Verstößen schwächt die Glaubwürdigkeit des Heiligen Stuhls als Menschenrechtsakteuer. Konstruktive Ansätze liegen in mehr Transparenz der Vereinbarung, klaren Bedingungen für ihre Verlängerung und koordiniertem Druck demokratischer Staaten auf Peking.