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Tuesday, 28. April 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Chinas Cyberkrieg gegen freie Presse: ICIJ im Visier

Nach einer kritischen Recherche über China wurde das internationale Investigativnetzwerk ICIJ mit gefälschten Journalistenprofilen, Phishing-Attacken und Identitätsdiebstahl angegriffen – koordiniert und staatlich gesteuert, wie Forscher der Universität Toronto belegen. Der Fall zeigt, dass freier Journalismus weltweit unter Druck steht und digitale Sicherheit keine technische Nische mehr ist, sondern eine demokratische Grundfrage. Betroffene Journalistinnen wie Yi-Shan Chen setzen mit der Meldung bei Behörden ein klares Zeichen: Angriffe auf die Pressefreiheit müssen sichtbar gemacht werden, nicht verschwiegen.

Wenn Staaten investigative Netzwerke mit Cyberoperationen angreifen, ist nicht nur Pressefreiheit bedroht – es geht um das Recht aller, verlässliche Informationen zu bekommen. Wer Journalist:innen einschüchtert, macht Machtmissbrauch unsichtbarer. Für eine offene Gesellschaft ist die Verteidigungsfähigkeit unabhängiger Medien deshalb keine Nischenfrage, sondern eine Grundvoraussetzung demokratischer Öffentlichkeit.

Dieser Fall zeigt, wie transnational Repression heute funktioniert: nicht mit Schlagstöcken, sondern mit gefälschten E-Mail-Adressen und maliciösen Links. Für Redaktionen und Zivilgesellschaftsorganisationen in Deutschland – auch in Mecklenburg-Vorpommern – ist das eine direkte Warnung: Digitale Medienkompetenz und IT-Sicherheit sind keine technischen Luxusthemen, sondern demokratierelevante Infrastruktur. Die Methoden lassen sich übertragen und richten sich längst nicht nur gegen Taiwan.