Die Jugendlichen kamen nach Debrecen, um sich von Orbán zu verabschieden

„Katastrophentourismus“ – antworteten fast ausnahmslos alle jungen Menschen, die wir drei Tage vor der Wahl bei der Wahlkampfveranstaltung der Fidesz in Debrecen fragten, warum sie zu der Veranstaltung gekommen seien. Dabei waren es nicht wenige: Auf der Großkundgebung, die strategisch auf einem der eher bescheideneren Plätze Debrecens organisiert worden war, versammelten sich in Luftlinie vom Zentrum des Dósa-Nádor-Platzes bis zu dessen Ende mehrere Gruppen von Studenten und Schülern, die nur gekommen waren, um die letzten Tage des Systems mitzuerleben.
Viele von ihnen sahen Orbán nun zum ersten Mal – und hoffentlich auch zum letzten Mal. Einige hörten nur schweigend zu, andere hatten Plakate mitgebracht, und es gab auch solche, die im Voraus abgesprochen hatten, an welcher Stelle der Rede sie mit dem „Schmutz-Fidesz“-Rufen beginnen würden.
Es stand jedoch außer Frage, dass sie, auf ihre eigene Art und Weise, gekommen waren, um Abschied zu nehmen.