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Thursday, 21. May 2026
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Kultur

Dirigentin Oksana Lyniv: Ukrainische Musik braucht Bühne und Zeit

Die ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv macht auf die gezielte kulturelle Zerstörung durch den russischen Angriffskrieg aufmerksam, exemplarisch an der Bombardierung des Theaters in Mariupol im März 2022. Sie plädiert für mehr internationale Aufführungsmöglichkeiten ukrainischer Musik als aktiven Beitrag zur gesellschaftlichen Resilienz. Kultur versteht sie dabei nicht als Luxusgut, sondern als wesentliches Instrument nationaler Identität und demokratischer Selbstbehauptung. Ihr Engagement zeigt, wie bedeutsam internationale Bühnen und Förderstrukturen für bedrohte Kulturlandschaften sein können.

Kulturelle Zerstörung ist ein gezieltes Mittel im Angriff auf demokratische Gesellschaften – wer Theater und Konzerthäuser bombardiert, greift das kollektive Gedächtnis und den gesellschaftlichen Zusammenhalt an. Die internationale Sichtbarkeit ukrainischer Kunst trägt konkret dazu bei, Solidarität zu stärken und dem kulturellen Auslöschungsversuch etwas entgegenzusetzen. Das Engagement von Künstlerinnen wie Lyniv zeigt, wie Kultur als Form demokratischer Gegenwehr wirken kann.

Das Interview macht deutlich, dass Kulturförderung für die Ukraine derzeit auch Demokratieförderung bedeutet. Europäische Konzertbühnen, Festivals und Förderprogramme tragen Verantwortung dafür, ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern Raum zu geben. Für Kultureinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern bietet sich die Chance, durch Kooperationen, Residenzprogramme oder Gastspiele aktiv zur kulturellen Überlebensfähigkeit der Ukraine beizutragen.