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Tuesday, 21. April 2026
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Sonstiges

EU exportiert verbotene Pestizide in afrikanische Länder

Fast die Hälfte der in Südafrika, Ghana und Kenia verwendeten Pestizide sind in der EU wegen ihrer Gefährlichkeit verboten, werden aber weiterhin von europäischen Unternehmen produziert und exportiert. Diese Regelungslücke belastet vor allem Kleinbauern und Verbraucherinnen in afrikanischen Ländern, die kaum Schutz vor den gesundheitlichen Risiken haben. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen und EU-Parlamentarier fordern ein umfassendes Exportverbot für solche Substanzen, um globale Standards anzugleichen. Eine Überarbeitung der entsprechenden EU-Verordnung könnte hier einen wirksamen Schritt in Richtung fairer und nachhaltiger Handelspraktiken darstellen.

Die Praxis unterläuft globale Gerechtigkeitsnormen und schadet dem Vertrauen in europäische Handelspolitik. Eine offene Gesellschaft, die Menschenrechte und Umweltschutz ernst nimmt, muss auch für Produkte, die sie exportiert, dieselben Standards anlegen wie im Inland.

Der Fall macht deutlich, dass EU-Regulierung bisher nicht konsequent auf Exportgüter angewendet wird – hier besteht konkreter Reformbedarf. Laufende Gesetzgebungsinitiativen wie das EU-Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz könnten eine Grundlage bieten, um auch Pestizidexporte stärker zu regulieren und Verantwortung der Hersteller zu stärken.