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Tuesday, 21. April 2026
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EU-Studie: Demokratiefreundlichere Geschäftsmodelle im Netz sind möglich

Eine umfassende Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission warnt vor den demokratiegefährdenden Folgen der Aufmerksamkeitsökonomie sozialer Medien. Überwachungsbasierte Geschäftsmodelle begünstigen strukturell emotional aufgeladene und konfliktreiche Inhalte, fördern Echokammern und begünstigen die Verbreitung von Des- und Misinformation. Die Forscher plädieren dafür, dass die EU im Rahmen digitaler Souveränität aktiv neue, demokratieverträglichere Geschäftsmodelle für den digitalen Raum entwickelt und fördert.

Eine funktionierende Demokratie setzt eine gemeinsam geteilte Realitätswahrnehmung voraus – genau diese wird durch die aktuelle Architektur sozialer Medien systematisch untergraben. Die Studie zeigt, dass das Problem kein Naturgesetz ist, sondern auf politisch veränderbaren Geschäftsmodellen basiert, was den Handlungsspielraum demokratischer Gesellschaften verdeutlicht.

Die Studie liefert eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die laufende europäische Regulierungsdebatte rund um den Digital Services Act und weitere Maßnahmen zur Plattformregulierung. Für Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern wie überall in Europa ist relevant, dass politische Entscheidungen auf EU-Ebene direkt beeinflussen, welchen Informationen sie online begegnen.