Fast doppelt so viele Männer wie Frauen kandidieren bei UK-Wahlen
Wenn knapp die Hälfte der Bevölkerung nur ein Drittel der Kandidierenden stellt, ist das kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller Hürden: fehlende Kinderbetreuung, finanzielle Abhängigkeiten, Parteistrukturen, die männlich geprägt sind. Kommunalpolitik ohne Frauen bedeutet Entscheidungen über Pflegeinfrastruktur, öffentliche Sicherheit und soziale Teilhabe, die an den Lebensrealitäten der Mehrheit vorbeigehen.
Die Zahlen aus Großbritannien sind kein britisches Sonderproblem – in deutschen Kommunalparlamenten sieht es vielerorts ähnlich aus, besonders im ländlichen Raum und in ostdeutschen Bundesländern. Paritätsgesetze, quotierte Parteilisten und gezielte Förderprogramme haben in einigen Ländern messbare Wirkung gezeigt. Der Befund sollte Anlass sein zu fragen, welche konkreten Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern mehr Frauen den Weg in kommunale Ämter erleichtern könnten.