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Thursday, 21. May 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Feldwerke treibt 100-MW-Agri-PV-Portfolio mit 12 Mio. Euro voran

Das Münchner Unternehmen Feldwerke sichert sich 12 Millionen Euro Kreditlinie, um innerhalb von 18 Monaten 100 Megawatt Agri-PV-Kapazität zu errichten – eine Technologie, die Solarstromerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung auf derselben Fläche kombiniert. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen großen Ackerflächen und einer starken Landwirtschaftsstruktur ist dieses Modell besonders interessant: Landwirte könnten als Flächenpartner zusätzliche Einnahmen generieren, ohne ihre Nutzflächen vollständig aufzugeben. Bürgerenergiegenossenschaften in MV könnten sich als Projektpartner oder Ko-Investoren positionieren und so an der Wertschöpfung beteiligen. Die Skalierungspläne von Feldwerke – über ein Gigawatt bis 2030 – zeigen, dass Agri-PV vom Nischenprojekt zum industriellen Standard reift.

Agri-PV verbindet zwei gesellschaftliche Kerninteressen: Ernährungssicherheit und Energiewende, ohne dass Landwirte zwischen beiden wählen müssen. Das Modell kann Landwirtschaft wirtschaftlich stabilisieren und gleichzeitig dezentrale erneuerbare Energie liefern – beides ist für ländliche Regionen mit strukturellen Herausforderungen besonders wertvoll. Die Skalierungsambitionen signalisieren, dass das Finanzierungsmodell reif für breiteren Einsatz ist.

Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen großen landwirtschaftlichen Flächen und vergleichsweise niedrigen Pachtpreisen ist Agri-PV ein technologisches Modell mit erheblichem Potenzial. Kommunale Energieversorger und Bürgerenergiegenossenschaften könnten ähnliche Finanzierungsstrukturen nutzen, um eigene Projekte aufzusetzen – statt das Feld privaten Entwicklern zu überlassen. Die revolvierende Kreditlinie als Finanzierungsinstrument ist dabei ein konkretes Lernmodell: Sie ermöglicht parallele Projektentwicklung ohne vollständige Vorfinanzierung und könnte auch für kleinere regionale Akteure adaptierbar sein.