FPÖ gegen ORF: Wenn Regierungen Medien unter Druck setzen
Öffentlich-rechtliche Medien sind keine Behörde, sondern eine demokratische Infrastruktur – sie gehören allen und dienen dem Ausgleich zwischen Starken und Schwachen. Wenn Regierungsparteien diese Infrastruktur kontrollieren wollen, verlieren Menschen ohne Lobby ihre wichtigste unabhängige Informationsquelle. Das Muster ist nicht neu: Von Polen bis Ungarn zeigt die Geschichte, dass Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit meist gleichzeitig erodieren.
Was in Österreich mit dem ORF passiert, ist kein österreichisches Sonderproblem – es ist ein Handbuch, das in verschiedenen europäischen Ländern aufgeschlagen wird. Auch in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern gibt es politischen Druck auf ARD und MDR, und die Diskussion über Rundfunkbeiträge wird gezielt genutzt, um Medienskepsis zu schüren. Konstruktiv gedacht: Bürgerinnen und Bürger können öffentlich-rechtliche Medien aktiv verteidigen – durch Engagement in Rundfunkräten, durch zivilgesellschaftliche Bündnisse für Pressefreiheit und durch kritische Medienkompetenz im Alltag.