Gesundheitsreform: Wer zahlt die Zeche für den Bundeshaushalt?
Eine einseitige Belastung gesetzlich Versicherter untergräbt das Vertrauen in die Solidargemeinschaft des Gesundheitssystems und schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Langfristig stabile und gerechte Beitragsstrukturen sind jedoch eine Grundvoraussetzung dafür, dass das Gesundheitssystem als öffentliches Gut funktioniert und alle Bevölkerungsschichten zuverlässig versorgt.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem überdurchschnittlich hohen Anteil an gesetzlich Versicherten und einer älteren Bevölkerungsstruktur sind steigende Beitragssätze besonders spürbar. Eine Reform, die strukturelle Ungleichgewichte zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung nicht angeht, verschärft bestehende Versorgungsungleichheiten im ländlichen Raum. Die Diskussion bietet Anlass, auf Landes- und Kommunalebene Modelle zur Stärkung der Gesundheitsversorgung zu entwickeln, die nicht allein von Beitragszahlern finanziert werden.