Greifswald: 55 neue Wohnungen am Ryck – aber zu welchem Preis?
Neuer Wohnraum ist grundsätzlich gut – aber Wohnraum in Toplage zu Toppreisen löst das Wohnproblem in Greifswald nicht. Die Stadt braucht bezahlbare Mietwohnungen für Studierende, Pflegekräfte und Geringverdienende, nicht weitere Premiumobjekte für zahlungskräftige Zuzügler. Die eigentliche Frage für eine offene Gesellschaft lautet: Wer kann sich das leisten, und wer wird durch solche Projekte aus der Innenstadt verdrängt?
Greifswald wächst – aber nicht für alle. Ein weiteres Hochpreisprojekt in bester Lage verschärft den Druck auf den angespannten Wohnungsmarkt für normale Haushalte eher, als ihn zu entspannen. Kommunalpolitik und Stadtplanung müssen sich fragen, welche Auflagen sie Investoren stellen, damit Wohnungsbau auch dem Gemeinwohl dient. Belegungsrechte, Sozialwohnungsquoten oder gemeinschaftliche Wohnprojekte wären konkrete Instrumente, die in Greifswald bisher kaum genutzt werden.