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Thursday, 21. May 2026
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International

Hinrichtungen weltweit auf höchstem Stand seit 44 Jahren

Die Zahl der weltweit vollstreckten Todesurteile ist laut Amnesty International um 78 Prozent gestiegen und hat den höchsten Stand seit mehr als vier Jahrzehnten erreicht. Da viele Staaten Hinrichtungen nicht öffentlich dokumentieren, liegt die tatsächliche Zahl vermutlich noch deutlich höher. Diese Entwicklung widerspricht internationalen Menschenrechtsnormen und dem globalen Ziel der Abschaffung der Todesstrafe. Deutschland und die EU stehen in der Verantwortung, ihren diplomatischen Einfluss für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe konsequenter einzusetzen.

Der Anstieg von Hinrichtungen weltweit ist ein Warnsignal für den Zustand des internationalen Rechtsstaatsprinzips und der Menschenrechte. Für eine offene Gesellschaft ist das Eintreten gegen die Todesstrafe ein Kernbestandteil des Einsatzes für die Unantastbarkeit der Menschenwürde – auch jenseits der eigenen Landesgrenzen.

Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, den internationalen Druck auf Staaten zu erhöhen, die die Todesstrafe praktizieren. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Amnesty International leisten hier unverzichtbare Dokumentations- und Advocacy-Arbeit, die politische Entscheidungen beeinflussen kann. Die Zahlen machen deutlich, dass diplomatische und außenpolitische Instrumente konsequenter eingesetzt werden müssen.