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Tuesday, 28. April 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Infraschall: Wenn unhörbarer Schall Unbehagen auslöst

Infraschall – Schallwellen unterhalb der menschlichen Hörschwelle von 20 Hertz – kann nachweislich Beklemmungsgefühle, Angst und erhöhte Stresshormonspiegel verursachen. Alte Gebäude erzeugen solche Frequenzen häufig durch bauliche Besonderheiten wie Zugluft oder schwingende Bauteile. Wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass vermeintlich übernatürliche Erlebnisse in bestimmten Gebäuden auf diese physikalische Ursache zurückzuführen sind. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem reichen Bestand an historischer Bausubstanz könnte dieses Wissen helfen, unerklärliches Unwohlsein in alten Gebäuden besser einzuordnen und gezielt zu untersuchen.

Die Forschung zu Infraschall stärkt das Vertrauen in wissenschaftliche Erklärungsmodelle gegenüber irrationalen oder übernatürlichen Deutungen und leistet so einen Beitrag zur wissenschaftlichen Bildung der Bevölkerung. Gerade in einer Zeit, in der Irrationalismus und pseudowissenschaftliche Konzepte an Reichweite gewinnen, sind solche evidenzbasierten Erkenntnisse gesellschaftlich wertvoll. Sie zeigen, wie physikalische und physiologische Phänomene das subjektive Erleben tiefgreifend beeinflussen können.

Für die Wissenschaftskommunikation bietet dieses Thema eine hervorragende Möglichkeit, komplexe akustische Phänomene allgemeinverständlich zu vermitteln. Die Erkenntnisse könnten praktische Relevanz für Gebäudesanierung, Arbeitsschutz und psychische Gesundheitsvorsorge entfalten – etwa wenn Menschen in alten Fabrik- oder Verwaltungsgebäuden ohne erkennbaren Grund unter Unwohlsein leiden. Weiterführende Forschung könnte konkrete Grenzwerte und Messtechniken für den Alltag liefern.