Italien: Hunderttausende gedenken der Befreiung vom Faschismus
Wenn Hunderttausende Menschen für antifaschistische Werte auf die Straße gehen, ist das kein nostalgisches Ritual – das ist gelebte Demokratie. Gerade in Zeiten, in denen Regierungen in Europa die Erinnerungskultur umdeuten oder kleinreden, ist zivilgesellschaftliches Erinnern ein Schutzwall für die offene Gesellschaft. Was in Italien passiert, ist ein Spiegel für ganz Europa: Demokratie braucht Menschen, die sie aktiv verteidigen.
Italien zeigt, wie Erinnerungskultur und Gegenwartsdiagnose zusammengehören. Eine Regierungschefin mit postfaschistischen Wurzeln, die von Schüssen am Tag der Befreiung nichts weiß – das ist kein Zufall, das ist Politik. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo antifaschistisches Engagement oft noch immer marginalisiert wird, lohnt der Blick nach Süden: Zivilgesellschaftliches Gedenken kann Räume öffnen, die Politik verschließt.