Italien plant Prämien für Anwälte bei freiwilliger Rückkehr von Migranten
Das Vorhaben stellt das anwaltliche Grundprinzip der unabhängigen Interessenvertretung in Frage und könnte einen gefährlichen Präzedenzfall für andere EU-Staaten schaffen. Wenn finanzielle Anreize das Mandantenverhältnis korrumpieren, wird ein rechtsstaatliches Schutzinstrument für vulnerable Gruppen ausgehöhlt. Für offene Gesellschaften ist es essenziell, dass auch Migranten auf unvoreingenommenen Rechtsbeistand vertrauen können.
Das italienische Modell wird im EU-Kontext diskutiert und könnte Einfluss auf die europäische Migrationspolitik haben, die auch Mecklenburg-Vorpommern betrifft. Die Debatte verdeutlicht, wie Rechtsstaatlichkeit unter Migrationsdruck gerät und wo Grenzen demokratisch vertretbarer Anreizstrukturen liegen. Konstruktive Gegenmodelle setzen auf unabhängige Rechtsberatung und faire Rückkehrprogramme ohne Interessenkonflikte.