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Wednesday, 22. April 2026
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Lokale Wirtschaft

Kondompreise könnten um 30 % steigen – Iran-Krieg trifft Lieferketten

Der weltgrößte Kondomhersteller Karex aus Malaysia plant Preiserhöhungen von 20 bis 30 Prozent, weil der Iran-Krieg globale Lieferketten stört und Frachtkosten steigen. Das Unternehmen produziert jährlich über fünf Milliarden Kondome und beliefert Marken wie Durex und Trojan sowie den britischen Gesundheitsdienst NHS. Gleichzeitig steigt die Nachfrage, da Lagerbestände bei Kunden durch Lieferverzögerungen gesunken sind. Langfristige Unterbrechungen könnten die Versorgung mit Verhütungsmitteln weltweit erschweren.

Erschwingliche Verhütungsmittel sind ein zentraler Bestandteil sexueller Gesundheit und reproduktiver Selbstbestimmung – insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen. Preisanstiege durch geopolitische Konflikte machen deutlich, wie verletzlich globale Gesundheitsversorgung gegenüber Lieferkettenkrisen ist. Stärkere regionale Produktionskapazitäten und strategische Vorratshaltung durch Gesundheitssysteme könnten künftig Versorgungssicherheit gewährleisten.

Der Artikel zeigt exemplarisch, wie weit entfernte Konflikte direkte Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung im Alltag haben können. Für Gesundheitssysteme und Hilfsorganisationen ist das ein Signal, Beschaffungsstrategien resilienter zu gestalten. Langfristig spricht dies für eine Diversifizierung der Produktionsstandorte und stärkere internationale Kooperation im Bereich sexueller Gesundheit.