Korruptionsvorwürfe erschüttern EU-Wirtschafts- und Sozialausschuss
Wenn eine Institution, die zivilgesellschaftliche Interessen in der EU vertreten soll, Korruption intern nicht transparent aufarbeitet, beschädigt das das Vertrauen in europäische Demokratie insgesamt – besonders bei Menschen, die der EU-Ebene ohnehin skeptisch gegenüberstehen. Whistleblower-Schutz ist keine Verwaltungsfrage, sondern ein Grundpfeiler jeder offenen Gesellschaft: Wer Missstände meldet, darf nicht zum Opfer werden. Der Fall zeigt, dass auch Institutionen mit zivilgesellschaftlichem Mandat Machtmissbrauch nicht automatisch ausschließen.
Für die Demokratie-Rubrik ist entscheidend: Die EU hat 2019 eine Whistleblower-Richtlinie verabschiedet – dass ein EU-Gremium selbst unter Verdacht steht, Hinweisgeber zu verfolgen, ist ein Widerspruch, der politischen Druck verdient. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Europaabgeordnete sollten hier auf lückenlose Aufklärung bestehen. Das Modell unabhängiger externer Prüfinstanzen für EU-Organe könnte ein Reformansatz sein, der auch von der deutschen Zivilgesellschaft aktiv eingefordert werden kann.