Kriminalisierung von Klimaprotesten verschärft Radikalisierung
Das Demonstrationsrecht ist ein Grundpfeiler offener Gesellschaften – seine Einschränkung betrifft nicht nur Klimaaktivistinnen, sondern alle, die künftig für ihre Rechte auf die Straße gehen wollen. Die Studie zeigt: Repression löst keine gesellschaftlichen Konflikte, sie verschärft sie. Wer Menschen, die auf wissenschaftlich belegte Krisen aufmerksam machen, mit Gefängnis antwortet, gefährdet den gesellschaftlichen Dialog und treibt Engagement in unkontrollierbare Bahnen.
Als jemand, der die Bürgerrechtsbewegung der DDR erlebt hat, kenne ich das Muster: Wer friedlichen Protest kriminalisiert, gibt den Bewegungen das Gefühl, keine legale Stimme mehr zu haben. Diese Studie belegt das jetzt empirisch für demokratische Rechtsstaaten. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Debatte um Protestrechte und 'Klimakleber' ähnlich geführt wird, ist das ein wichtiger Befund. Die politisch relevante Frage lautet: Wollen wir Protest als Teil der Demokratie akzeptieren – oder zerschlagen wir damit genau das Ventil, das Gesellschaften stabil hält?