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Thursday, 23. April 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Länder kämpfen gegen Bundeskürzungen bei Integrationskursen

Die Bundesförderung für Integrationskurse und Asylberatung wurde massiv gekürzt, was Tausende Geflüchtete den Zugang zu Sprachkursen und rechtlicher Beratung kosten könnte. Die Integrationsminister:innen der Bundesländer fordern gemeinsam eine Rücknahme dieser Kürzungen. Ohne Erfolg müssten die Länder entweder selbst einspringen oder erhebliche Lücken in der Integrationsarbeit hinnehmen. Funktionierende Sprachförderung und Beratungsstrukturen sind jedoch eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und langfristigen Zusammenhalt.

Integrationskurse und Asylberatung sind keine Sozialleistung zweiter Klasse, sondern Grundvoraussetzung dafür, dass Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und Rechte wahrnehmen können. Wer diese Strukturen kappt, schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und schafft Abhängigkeiten, die langfristig teurer werden als die eingesparten Mittel. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Zugang zu Bildung und Rechtsberatung haben.

Die Integrationspolitik ist ein Testfeld dafür, wie ernst es Bundesregierungen mit Teilhabe meinen. Wenn Länder wie Mecklenburg-Vorpommern – ohnehin mit schwacher Infrastruktur im ländlichen Raum – jetzt auf Bundesgelder verzichten müssen, trifft das besonders jene, die ohnehin wenig Lobby haben. Die gemeinsame Gegenwehr der Ländermminister:innen zeigt, dass föderale Strukturen auch Schutzfunktionen übernehmen können – wenn politischer Wille vorhanden ist. Welche konkreten Schritte die Länder als nächstes unternehmen und ob zivilgesellschaftliche Träger einspringen können, wird in den nächsten Wochen entscheidend sein.