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Wednesday, 22. April 2026
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Malediven: Menschenrechtsorganisationen gegen Todesstrafen-Gesetz

Zehn internationale und maledivische Menschenrechtsorganisationen fordern die Regierung der Malediven auf, einen geplanten Gesetzentwurf zur Aufhebung des langjährigen Moratoriums für die Todesstrafe zurückzuziehen. Präsident Mohamed Muizzu hatte im März 2026 angekündigt, das Gesetz dem Parlament vorzulegen, das die Vollstreckung von Todesurteilen ohne Verzögerung ermöglichen würde. Bereits im Dezember 2025 wurden Änderungen am Drogengesetz verabschiedet, die die Todesstrafe auf Drogenhandel ausweiten. Die Menschenrechtsgruppen betonen, dass diese Schritte gegen internationale Verpflichtungen des Landes, insbesondere den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, verstoßen.

Die Auseinandersetzung um die Todesstrafe auf den Malediven zeigt exemplarisch, wie internationale Menschenrechtsnormen unter Druck geraten, wenn Regierungen populistische Sicherheitspolitik betreiben. Der breite zivilgesellschaftliche Widerstand – bestehend aus nationalen und internationalen Organisationen – verdeutlicht, dass der globale Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe unvermindert notwendig bleibt. Für eine offene Gesellschaft ist das Eintreten gegen staatlich sanktionierte Tötung ein Grundpfeiler des Schutzes der Menschenwürde.

Das koordinierte Vorgehen von Menschenrechtsorganisationen gegenüber der maledivischen Regierung zeigt, wie transnationaler zivilgesellschaftlicher Druck Regierungen zur Rechenschaft ziehen kann. Angesichts einer weltweiten Tendenz zur Wiedereinführung harter Strafmaßnahmen ist die Stärkung internationaler Menschenrechtsmechanismen entscheidend. Langfristig braucht es verbindlichere internationale Instrumente, um das Zurückrollen von Menschenrechtsstandards wirksam zu verhindern.