Medienzentrum Greifswald gewinnt Medienkompetenzpreis 2026
Erinnerungsarbeit zu jüdischem Leben ist keine abstrakte Pflichtübung – sie hält demokratische Werte lebendig, gerade in einer Region, in der rechtsextreme Strukturen nach wie vor sichtbar sind. Ein Verein, der das nicht nur konzeptionell denkt, sondern mit konkreten Medienprojekten umsetzt und damit Menschen vor Ort erreicht, leistet mehr als viele gut dotierte Programme. Die Auszeichnung macht deutlich, dass solche Arbeit Anerkennung verdient – und Nachahmer braucht.
Greifswald hat hier etwas Vorzeigbares geschaffen, aber die Frage bleibt: Was passiert in den Kleinstädten und Dörfern von MV, wo es kein Medienzentrum gibt und kein engagierter Verein die Lücke füllt? Der Preis ist verdient – aber er darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Erinnerungsarbeit und Medienbildung in der Fläche chronisch unterfinanziert sind. Hier wäre der nächste Schritt, dass das Modell 'Erinnern und Leben' nicht bei einer Preisverleihung endet, sondern als übertragbares Konzept für andere Kommunen in MV aufbereitet wird.