Sonstiges
Mieterstrom-Modell scheitert deutschlandweit an IT und Bürokratie
Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, bei der Mieter Strom von der Dachsolaranlage ihres Hauses nutzen können, kommt in Deutschland kaum voran. Laut einer Auswertung des 1000-GW-Instituts scheitern rund 60 Prozent der Projekte an ungeeigneten IT-Systemen der Verteilnetzbetreiber. Hinzu kommen hohe Smart-Meter-Kosten, die die finanziellen Vorteile für Haushalte weitgehend aufzehren. Experten fordern eine stärkere Aufsicht durch die Bundesnetzagentur sowie gezielte Kostensenkungen, um das Modell aus der Nische zu holen.
🔍 Einordnung
Mieterstrom könnte Millionen Haushalte direkt an der Energiewende beteiligen und gleichzeitig Energiekosten senken – beides stärkt gesellschaftliche Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. Dass dies an vermeidbaren technischen und bürokratischen Hürden scheitert, ist ein demokratiepolitisches Problem: Bürgerinnen und Bürger werden von einer Teilnahme an der dezentralen Energieversorgung ausgeschlossen. Der Befund macht deutlich, dass Infrastrukturverantwortung auch digital gedacht werden muss.
💡 Perspektive
Die Studie liefert belastbare Daten, die politischen Handlungsdruck erzeugen können. Eine stärkere Bundesnetzagentur und standardisierte IT-Prozesse wären konkrete, umsetzbare Schritte. Für Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern mit vielen Plattenbausiedlungen und Wohnungsbaugesellschaften bietet das Modell besonderes Potenzial – sofern die strukturellen Hindernisse abgebaut werden.