Minus 480 Euro: Was negative Strompreise über die Energiewende verraten
Negative Strompreise sind kein Kuriosum, sondern ein Symptom: Das Energiesystem ist nicht auf den Überfluss erneuerbarer Energien ausgelegt, den die Energiewende produziert. Wer dieses Designversagen nicht behebt, riskiert, dass die Kosten für Netzstabilisierung und Einspeisemanagement weiter steigen – und letztlich auf alle Stromkunden abgewälzt werden, besonders auf einkommensschwache Haushalte. Eine funktionierende Energiewende erfordert Systemdenken, nicht nur mehr Windräder und Solaranlagen.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner hohen Windkraftdichte und wachsenden Solarkapazität ist das Problem besonders relevant: An windarmen Tagen fehlt Strom, an Sturm-Sonntagen wird er verschenkt. Bürgerenergiegenossenschaften und Kommunen könnten hier aktiv werden – etwa durch flexible Lasten wie Wärmepumpen, Elektrolyseure oder kommunale Batteriespeicher, die überschüssigen Strom nutzbar machen. Der politische Hebel liegt in Förderprogrammen für lokale Speicherprojekte und in einer Reform der Netzentgelte, die Flexibilität belohnt statt bestraft.