Nach dem Kollaps
Vor zehn Jahren begann Ungarns illiberale Regierung ihre Kampagne gegen die Central European University (CEU). „Andrea, was wird jetzt aus dir?“, wurde ich damals auf einer Konferenz in Budapest gefragt. Der Kollege meinte nicht mich, sondern die CEU. Er war ein gut bezahlter, überzeugter Fidesz-Apparatschik. Später, als sich Fidesz noch weiter nach rechts bewegte, wurde er zu einem sogenannten „Fidesz-Waisen“. Heute, im Jahr 2026, ist er Berater der Respect and Freedom Party (TISZA); ein typisches Beispiel für pragmatischen Karrierismus.
„Wir verlassen Budapest. Wir werden gut in Wien leben, der lebenswertesten Stadt der Welt. Und wenn hier alles zusammenbricht, kommen wir zurück und bauen wieder auf, was sich wieder aufbauen lässt“, antwortete ich. Schon damals war mir klar, dass das “System der Nationalen Zusammenarbeit”, wie der von Fidesz aufgebaute illiberale Staat genannt wird, irgendwann zusammenbrechen würde. Kein Land lässt sich auf Dauer ohne fachliche Expertise re