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Thursday, 21. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Nafo-Kampagne: Zivilgesellschaft gegen Putins Aluminiumhandel

Die Onlinegemeinschaft Nafo startet eine Kampagne für neue EU-Sanktionen, um den Export von Aluminium aus Irland nach Russland zu unterbinden. Der Rohstoff soll Putins Kriegsmaschinerie direkt stützen. Zivilgesellschaftliche Gruppen setzen damit auf wirtschaftlichen Druck als Mittel gegen den Krieg. Die Kampagne zeigt, wie digitale Gemeinschaften gezielt in Handelspolitik eingreifen können.

Wenn Rohstoffe aus EU-Ländern Kriegsführung ermöglichen, ist das eine direkte Mitverantwortung demokratischer Gesellschaften – und ein Argument dafür, dass Sanktionspolitik Bürger:innen angeht, nicht nur Regierungen. Zivilgesellschaftliche Gruppen füllen hier eine Lücke, die Lobbypolitik und träge Bürokratie hinterlassen. Wer keine Lobby hat, zahlt am Ende den Preis – meistens die Bevölkerungen in Kriegsgebieten.

Die Nafo-Kampagne ist ein Beispiel dafür, wie digitale Zivilgesellschaft konkreten Einfluss auf EU-Außen- und Handelspolitik nehmen kann. Für Mecklenburg-Vorpommern, eine Region mit historisch enger wirtschaftlicher Verflechtung mit Russland, ist die Frage nach Sanktionsdurchsetzung und wirtschaftlicher Abhängigkeit keine abstrakte. Die Kampagne könnte ein Modell sein, wie Bürger:innen gezielt Druck auf Handelspolitik ausüben – jenseits von Parteipolitik.