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Wednesday, 15. April 2026
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Neues Reifegradverfahren für Batteriespeicher-Netzanschlüsse gestartet

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben zum 1. April erstmals ihr neues Reifegradverfahren für Netzanschlüsse großer Batteriespeicher, Rechenzentren und Elektrolyseure gestartet. Es löst das bisherige Windhundprinzip ab und soll Anträge nach transparenten Kriterien priorisieren. Der Bundesverband Energiespeicher Systeme begrüßt Verbesserungen, sieht aber weiterhin erhebliche Planungsunsicherheiten, da die Bundesnetzagentur das Verfahren noch nicht abschließend geprüft hat. Hohe Vorlaufkosten von 50.000 Euro pro Antrag ohne Anschlussgarantie belasten Projektentwickler zusätzlich.
🔍 Einordnung
Ein funktionierender Netzanschluss für Batteriespeicher ist eine Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende und die Versorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien. Planungssicherheit für Investoren entscheidet darüber, ob die notwendigen Flexibilitätskapazitäten rechtzeitig aufgebaut werden, um Stromnetze stabil zu halten. Verzögerungen und Unsicherheiten in diesem Bereich treffen letztlich alle Verbraucherinnen und Verbraucher.
💡 Perspektive
Das neue Reifegradverfahren ist ein regulatorischer Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nach Einschätzung der Speicherbranche noch nicht aus, um den nötigen Ausbau zu ermöglichen. Die verbleibende Rechtsunsicherheit durch ausstehende Prüfung der Bundesnetzagentur sollte schnellstmöglich beseitigt werden. Eine klare, stabile Regulierung würde Investitionen beschleunigen und die Flexibilitätslücke im deutschen Stromsystem verkleinern.