Polen: Rechtsstaatliche Richter gewinnen KRS-Wahlen deutlich
Eine unabhängige Justiz ist das Rückgrat jeder offenen Gesellschaft – wenn Richter frei über ihre Vertretung abstimmen können, stärkt das die Gewaltenteilung und schützt alle Bürgerinnen und Bürger vor willkürlicher Machtausübung. Polen zeigt hier, dass demokratische Erneuerung möglich ist, selbst nach Jahren des systematischen Rechtsstaatsabbaus. Das sendet auch ein Signal an andere EU-Staaten, in denen ähnliche Entwicklungen drohen.
Die polnischen KRS-Wahlen sind kein rein polnisches Binnenereignis: Sie zeigen, wie Zivilgesellschaft und unabhängige Berufsgruppen gemeinsam gegen politische Vereinnahmung der Justiz kämpfen können. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Lehrbeispiel – gerade in einer Zeit, in der auch hierzulande Fragen nach der Unabhängigkeit von Institutionen lauter werden. Wer Rechtsstaatlichkeit für selbstverständlich hält, sollte genau beobachten, wie schnell sie erodieren kann – und wie mühsam die Rückgewinnung ist.