Pressefreiheit auf dem Rückzug: Serbien und Türkei unter Druck
Pressefreiheit ist keine Spezialfrage für Journalist:innen – sie ist die Grundbedingung dafür, dass Bürger:innen überhaupt wissen, was ihre Regierungen tun. Wer Medien kontrolliert oder einschüchtert, kontrolliert am Ende, was als Realität gilt. Das kennen viele Ostdeutsche aus eigener Erfahrung – und genau deshalb ist es wichtig, diese Entwicklungen in Serbien und der Türkei ernst zu nehmen, bevor sie sich normalisieren.
Serbien ist EU-Beitrittskandidat, die Türkei NATO-Mitglied – beide Länder sind also keine fernen Problemfälle, sondern direkte Partner Deutschlands und Europas. Das gibt Deutschland und der EU konkrete Hebel: Pressefreiheit muss als Bedingung in Handels- und Beitrittsverhandlungen verankert bleiben, nicht als Verhandlungsmasse. Zivilgesellschaftliche Organisationen in MV, die Partnerschaften in diesen Regionen pflegen, können durch gezielte Solidaritätsarbeit und Vernetzung mit betroffenen Redaktionen sichtbar Zeichen setzen.