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Thursday, 30. April 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Pressefreiheit in der EU: Griechenland, Zypern und Ungarn am schlechtesten

Aktuelle Pressefreiheits-Rankings zeigen, dass Griechenland, Zypern und Ungarn zu den schwächsten EU-Mitgliedstaaten gehören – und dabei sogar schlechter abschneiden als mehrere afrikanische Länder und Katar. Das macht deutlich, dass EU-Mitgliedschaft allein keine Garantie für funktionierende Medienfreiheit ist. Der Befund erhöht den Druck auf EU-Institutionen, verbindlichere Mechanismen zur Durchsetzung demokratischer Grundwerte gegenüber ihren eigenen Mitgliedsstaaten zu entwickeln. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Anlass, den Zustand lokaler und regionaler Medienvielfalt kritisch zu prüfen.

Pressefreiheit ist keine abstrakte Größe – sie entscheidet darüber, wer Machtmissbrauch öffentlich machen kann und wer nicht. Wo Journalistinnen und Journalisten unter Druck stehen, bleiben Korruption, Diskriminierung und staatliche Willkür häufiger unbelichtet. Für eine offene Gesellschaft ist ein freies, vielfältiges Mediensystem keine Option, sondern eine Grundvoraussetzung.

Das Ranking ist ein Warnsignal für die EU als Wertegemeinschaft: Wer Beitrittskandidaten an Rechtsstaatlichkeit misst, muss dieselben Maßstäbe bei Mitgliedern anwenden. Ungarn ist seit Jahren ein bekannter Fall – dass nun auch Griechenland und Zypern auf dem Niveau mancher afrikanischer Staaten liegen, zeigt, wie real die Erosion demokratischer Standards innerhalb der EU ist. Für Deutschland und MV bedeutet das: europäische Solidarität darf nicht enden, wenn es um Medienfreiheit geht.