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Friday, 1. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Pressefreiheit weltweit unter Druck: Tech-Konzerne als neue Gatekeeper

Weltweit steht die Pressefreiheit unter zunehmendem Druck – und große Tech-Konzerne entscheiden immer stärker darüber, welche Informationen Menschen überhaupt erreichen. Das ist keine abstrakte Bedrohung: Wer Algorithmen kontrolliert, kontrolliert Öffentlichkeit. Medienkompetenz stärken und digitale Plattformen demokratisch regulieren sind deshalb keine Nischenthemen, sondern Kernaufgaben für jede Gesellschaft, die sich selbst regieren will.

Pressefreiheit ist keine abstrakte Presseforderung – sie entscheidet darüber, wessen Realität sichtbar wird und wessen nicht. Wenn IT-Konzerne zu Torwächtern der öffentlichen Meinung werden, sind besonders die betroffen, die ohnehin keine starke Lobby haben: Menschen in strukturschwachen Regionen, ostdeutsche Perspektiven, marginalisierte Gruppen. Eine freie und vielfältige Presselandschaft ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass demokratische Kontrolle überhaupt funktioniert.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist das kein fernes Weltthema: Lokaljournalismus in der Region steht unter enormem wirtschaftlichem Druck, während Algorithmen großer Plattformen bestimmen, welche Nachrichten Menschen überhaupt erreichen. Die Regulierung von Tech-Konzernen muss auch auf EU-Ebene mit Nachdruck vorangetrieben werden – der Digital Services Act ist ein Anfang, aber kein Abschluss. Medienkompetenz sollte fest in Schulen und Volkshochschulen verankert sein, gerade dort, wo Vertrauen in Medien traditionell gering ist.