Pressefreiheit weltweit unter Druck: Tech-Konzerne als neue Gatekeeper
Pressefreiheit ist keine abstrakte Presseforderung – sie entscheidet darüber, wessen Realität sichtbar wird und wessen nicht. Wenn IT-Konzerne zu Torwächtern der öffentlichen Meinung werden, sind besonders die betroffen, die ohnehin keine starke Lobby haben: Menschen in strukturschwachen Regionen, ostdeutsche Perspektiven, marginalisierte Gruppen. Eine freie und vielfältige Presselandschaft ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass demokratische Kontrolle überhaupt funktioniert.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist das kein fernes Weltthema: Lokaljournalismus in der Region steht unter enormem wirtschaftlichem Druck, während Algorithmen großer Plattformen bestimmen, welche Nachrichten Menschen überhaupt erreichen. Die Regulierung von Tech-Konzernen muss auch auf EU-Ebene mit Nachdruck vorangetrieben werden – der Digital Services Act ist ein Anfang, aber kein Abschluss. Medienkompetenz sollte fest in Schulen und Volkshochschulen verankert sein, gerade dort, wo Vertrauen in Medien traditionell gering ist.