Psychische Erkrankung und Gewalt: Prävention statt Wegsperren
Der gesellschaftliche Umgang mit psychisch erkrankten Menschen, die Gewalt ausüben, berührt grundlegende Fragen von Menschenwürde, Fürsorgepflicht und öffentlicher Sicherheit zugleich. Eine offene Gesellschaft muss beide Perspektiven ernst nehmen: den Schutz vor Gewalt und die Rechte vulnerabler Menschen auf adäquate Behandlung statt Ausgrenzung.
Die psychiatrische Versorgung in Deutschland – und besonders in ländlich geprägten Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern – ist strukturell unterfinanziert, was Frühintervention erschwert. Investitionen in ambulante Psychiatrie, Kriseninterventionsteams und Gemeindepsychiatrie sind nachweislich wirksamer und menschenwürdiger als rein repressive Maßnahmen. Kommunen und Landesgesundheitspolitik sollten entsprechende Modellprojekte stärker fördern.