Direkt zum Inhalt
faktisch.
Friday, 24. April 2026
Ticker
Regional MV

Rentenangst in MV: Wenn Basisabsicherung zur Normalität wird

In Mecklenburg-Vorpommern droht einem großen Teil der Bevölkerung eine Altersarmut, die trotz jahrelanger Arbeit kaum über das Grundsicherungsniveau hinausgeht. Wer sein Leben lang im Niedriglohnbereich gearbeitet hat, konnte schlicht nicht privat vorsorgen – das ist keine individuelle Schwäche, sondern eine strukturelle Realität in der Region. Eine Absenkung des Rentenniveaus würde diesen Menschen besonders hart treffen und jahrzehntelange Arbeitsleistung faktisch entwerten. Konkrete Gegenmaßnahmen auf Landes- und Bundesebene sind dringend nötig, damit Altersarmut in MV nicht zur flächendeckenden Normalität wird.

Eine Rentenreform, die in wirtschaftsstarken Regionen als verkraftbar gilt, kann in strukturschwachen Ländern wie MV ganze Generationen in Altersarmut treiben. Das ist keine abstrakte Verteilungsfrage, sondern entscheidet darüber, ob Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, im Alter in Würde leben können. Gesellschaftlicher Zusammenhalt setzt voraus, dass Arbeit sich lohnt – auch am Ende des Berufslebens.

MV hat überdurchschnittlich viele Menschen im Niedriglohnsektor, besonders in Pflege, Handwerk und Landwirtschaft in der Fläche. Für diese Menschen ist private Altersvorsorge oft keine Option, nicht aus mangelndem Willen, sondern aus mangelndem Spielraum. Politische Konzepte, die auf Eigenverantwortung setzen, müssen sich hier an der Realität messen lassen – und die sieht auf dem Dorf anders aus als in Berlin. Kommunen, Sozialverbände und Gewerkschaften in MV sollten jetzt konkrete Szenarien erarbeiten, welche Bevölkerungsgruppen wie stark betroffen wären.