Direkt zum Inhalt
faktisch.
Wednesday, 22. April 2026
Ticker
Lokale Wirtschaft

Richterbund für IP-Speicherung und Chatkontrolle gegen Kindesmissbrauch

Der Deutsche Richterbund unterstützt die anlasslose Speicherung von IP-Adressen als Instrument zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch im Internet. Zusätzlich plädiert der Bundesgeschäftsführer für einen neuen Anlauf bei der freiwilligen Chatkontrolle. Die Forderungen spiegeln die anhaltende rechtspolitische Debatte wider, wie digitale Ermittlungsmethoden mit dem Schutz von Grundrechten in Einklang gebracht werden können.

Die Bekämpfung von Kindesmissbrauch gehört zu den dringlichsten gesellschaftlichen Aufgaben, und wirksame Ermittlungsmethoden im digitalen Raum sind dafür unverzichtbar. Gleichzeitig muss jede Ausweitung staatlicher Überwachungsbefugnisse an rechtsstaatlichen Maßstäben gemessen werden, um die Privatsphäre aller Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Eine offene Gesellschaft braucht diese Debatte – geführt mit Sachkenntnis und ohne falsche Vereinfachungen.

Die rechtspolitische Forderung des Richterbundes setzt klare Prioritäten: Kinderschutz muss auch digital durchsetzbar sein. Ein neuer Anlauf zur freiwilligen Chatkontrolle könnte einen Kompromiss ermöglichen, der Strafverfolgung stärkt, ohne flächendeckende Massenüberwachung einzuführen. Die Gesetzgebung steht vor der Aufgabe, technisch umsetzbare und verfassungskonforme Lösungen zu entwickeln.