Russische Propaganda: Warum Medienkompetenz jetzt Pflicht ist
Desinformation untergräbt demokratische Teilhabe, weil sie Menschen nicht mit falschen Fakten überzeugt, sondern mit Verwirrung und Misstrauen lähmt – das trifft besonders jene, die ohnehin wenig institutionelles Vertrauen haben. Wer gelernt hat, staatlichen Medien nicht zu glauben, ist nicht automatisch besser gegen Propaganda gewappnet – das weiß man in Ostdeutschland aus eigener Erfahrung. Medienkompetenz als Pflichtbestandteil von Bildung und Zivilgesellschaft ist eine der wirksamsten und günstigsten Investitionen in demokratische Resilienz.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist das Thema besonders brisant: In einer Region mit historisch niedrigem Institutionenvertrauen und überdurchschnittlich starken Stimmen für antidemokratische Parteien bietet russische Desinformation einen besonders fruchtbaren Boden. Initiativen wie Medienkompetenz-Workshops in Schulen, Volkshochschulen oder Vereinen könnten hier konkret gegensteuern – Modelle aus Finnland oder den baltischen Staaten sind übertragbar. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und mit welchen Partnern MV solche Programme systematisch aufbaut.