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Thursday, 23. April 2026
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Regional MV

Studie: 98 Prozent der Klimaversprechen von Fleischkonzernen sind Greenwashing

Eine aktuelle Studie zeigt, dass 98 Prozent der Klimaversprechen großer Fleisch- und Molkereiunternehmen nicht den Anforderungen glaubwürdiger Klimaziele entsprechen. Statt messbarer Maßnahmen setzen die Konzerne auf vage Formulierungen und irreführende Kommunikation – das betrifft auch Produkte, die täglich in MV in Kühlregalen stehen und von Menschen gekauft werden, die darauf vertrauen, dass Nachhaltigkeitsversprechen etwas bedeuten. Die Ergebnisse machen deutlich, dass freiwillige Selbstverpflichtungen nicht ausreichen und verbindliche gesetzliche Standards für Unternehmenskommunikation überfällig sind. Regionale Verbraucherberatungsstellen und lokale Erzeugernetzwerke in Mecklenburg-Vorpommern könnten helfen, Orientierung zu geben und echte Transparenz sichtbar zu machen.

Greenwashing untergräbt das Vertrauen in Nachhaltigkeitsversprechen und erschwert den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer klimaverträglichen Ernährungswirtschaft. Verbindliche Transparenzpflichten und unabhängige Überprüfungsmechanismen sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen tatsächlich Verantwortung übernehmen und nicht nur Verantwortung simulieren.

Für eine Agrarregion wie Mecklenburg-Vorpommern ist die Debatte um Greenwashing in der Fleisch- und Milchwirtschaft besonders bedeutsam, da hiesige Betriebe im Wettbewerb mit Großkonzernen stehen, die ihr Image mit zweifelhaften Versprechen aufpolieren. Regionale Erzeuger, die tatsächlich auf nachhaltige Praktiken setzen, brauchen verlässliche Kennzeichnungsstandards, um sich glaubwürdig von solchen Praktiken abheben zu können.