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Wednesday, 22. April 2026
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Sudan: Drei Jahre Krieg und systematisches Schweigen der Presse

Seit Ausbruch des Krieges im Sudan im April 2023 hat sich das Land zu einem der gefährlichsten Orte für Journalistinnen und Journalisten weltweit entwickelt. Mindestens 16 Medienschaffende wurden getötet, viele weitere inhaftiert, zum Schweigen gebracht oder ins Exil getrieben. Trotz dieser extremen Bedrohung bleiben sudanesische Journalistinnen und Journalisten die wichtigste Informationsquelle über Verbrechen beider Kriegsparteien. Die weitgehende Straflosigkeit für Angriffe auf die Presse lässt den Raum für unabhängigen Journalismus weiter schrumpfen.

Pressefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für funktionierende Demokratien und die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen. Wenn Journalistinnen und Journalisten systematisch zum Schweigen gebracht werden, verliert die Weltöffentlichkeit den Zugang zu verlässlichen Informationen über laufende Verbrechen. Der Schutz von Medienschaffenden in Konfliktgebieten ist daher nicht nur eine berufsethische, sondern eine zivilgesellschaftliche Aufgabe.

Der Bericht des Committee to Protect Journalists zeigt, dass Straflosigkeit für Angriffe auf die Presse ein globales Strukturproblem ist. Internationale Mechanismen zur Rechenschaftspflicht müssen gestärkt werden, damit Kriegsparteien nicht ungestraft Journalistinnen und Journalisten töten oder verschwinden lassen können. Konstruktive Ansätze liegen in der Unterstützung von Exiljournalismus, sicheren Kommunikationskanälen und internationaler Strafverfolgung von Tätern.