Wissenschaft & Gesundheit
Tiefsee-Schleppnetzfischerei kostet Europa 16 Mrd. Euro jährlich
Eine Studie von National Geographic Pristine Seas beziffert die jährlichen Umweltschäden durch Tiefsee-Schleppnetzfischerei in europäischen Gewässern auf 16 Milliarden Euro. Die aufgewühlten Meeressedimente setzen dabei 370 Millionen Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgase frei. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner langen Ostseeküste und einer von Fischerei geprägten Wirtschaft ist die Studie bedeutsam, da sie eine belastbare wirtschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen auf EU-Ebene über mögliche Verbote dieser Fangmethode liefert. Nachhaltigere Fangtechniken könnten langfristig sowohl die Meeresökosysteme als auch die wirtschaftliche Zukunft der regionalen Fischerei sichern.
Die Studie macht die versteckten Kosten einer zerstörerischen Fischereitechnik sichtbar, die bislang externalisiert und von der Gesellschaft getragen werden. Eine datenbasierte Debatte über das Verbot der Tiefsee-Schleppnetzfischerei stärkt das Prinzip der Kostenwahrheit in der Umweltpolitik und schützt maritime Ökosysteme als gemeinsames Erbe.
Die Ostsee als Binnenmeer ist zwar nicht primär Ziel der Hochsee-Schleppnetzfischerei, doch die europäische Fischereipolitik betrifft auch die Fischbestände und Meeresschutzgebiete vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Ein auf solchen Studien basierendes EU-Verbot würde den Druck erhöhen, auch in der Ostsee nachhaltigere Fangmethoden durchzusetzen und Meeresschutzgebiete konsequenter zu sichern.