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Friday, 1. May 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Trump entlässt alle 22 Mitglieder des US-Wissenschaftsbeirats

Die Trump-Administration hat alle 22 Mitglieder des US-amerikanischen National Science Board fristlos entlassen und damit die Aufsicht über eine der wichtigsten Forschungsförderinstitutionen der USA geschwächt. Diese Maßnahme reiht sich in eine systematische Einschränkung öffentlich finanzierter Wissenschaft in den USA ein, die auch Kürzungen von Forschungsgeldern und die Schließung von Einrichtungen umfasst. Für Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland insgesamt bedeutet dies, dass internationale Forschungskooperationen neu bewertet werden müssen und europäische Wissenschaftsförderung an Bedeutung gewinnt. Die Entwicklung unterstreicht den Wert stabiler, unabhängiger Forschungsstrukturen, wie sie in Deutschland durch DFG und Leibniz-Gemeinschaft bestehen.

Unabhängige wissenschaftliche Beratungsgremien sind eine zentrale Säule evidenzbasierter Demokratie – ihre Abschaffung schwächt die Fähigkeit von Gesellschaften, fundierte Entscheidungen zu klimarelevanten, gesundheitlichen und technologischen Fragen zu treffen. Der Vorgang zeigt, wie schnell institutionelle Sicherungen, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, durch exekutive Eingriffe ausgehebelt werden können. Für offene Gesellschaften weltweit ist dies ein Warnsignal, den Schutz wissenschaftlicher Unabhängigkeit strukturell besser abzusichern.

Die USA waren bislang ein zentraler Partner in internationalen Forschungskooperationen, an denen auch deutsche und europäische Institutionen beteiligt sind – darunter Klimaforschungsprojekte mit Relevanz für die Ostseeregion. Der Abbau wissenschaftlicher Kapazitäten in den USA verstärkt den Druck auf Europa, eigene Forschungsinfrastrukturen auszubauen und attraktive Bedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu schaffen, die die USA verlassen. Für Deutschland und MV ergibt sich daraus eine Chance, gezielt internationale Forschungstalente anzuwerben und regionale Universitäten wie Rostock oder Greifswald als Anlaufpunkte zu positionieren.