Ungarn: Neue Untersuchungsausschüsse sollen Machtmissbrauch aufklären
Funktionierende parlamentarische Kontrolle ist das Rückgrat jeder Demokratie – und genau dort hat Ungarn seit Jahren eine offene Wunde. Wenn Untersuchungsausschüsse zwar existieren, aber niemand verpflichtet ist zu erscheinen oder die Wahrheit zu sagen, sind sie Kulisse statt Kontrolle. Der Versuch, parlamentarischen Gremien echte Zähne zu geben, stärkt das Prinzip der Rechenschaftspflicht und ist damit ein Signal für ganz Europa: Demokratie braucht Instrumente, nicht nur Symbole.
Ungarn zeigt exemplarisch, wie Oppositionsarbeit im Parlament aussehen kann, wenn man mehr will als Rhetorik. Die Kombination aus thematisch breiten Untersuchungsausschüssen und einem Begleitgesetz zur Durchsetzung ist strukturell interessant – auch für andere Länder, wo parlamentarische Kontrolle ausgehöhlt wurde. Für die europäische Demokratiedebatte ist das relevant: Wie baut man parlamentarische Kontrolle wieder auf, wenn die Regierungspartei jahrelang Strukturen zum eigenen Schutz gebaut hat?