USA: Trump nutzt Ausbürgerung als politisches Druckmittel
Die gezielte Nutzung von Ausbürgerung als politisches Druckmittel untergräbt das Prinzip rechtlicher Gleichheit aller Staatsbürgerinnen und Staatsbürger – ein Grundpfeiler demokratischer Gesellschaften. Wenn der Staat Staatsbürgerschaft als Hebel der Einschüchterung einsetzt, entsteht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft mit gravierenden Folgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vertrauen in staatliche Institutionen.
Die Entwicklung in den USA ist ein Warnsignal für den Zustand der liberalen Demokratie: Staatsbürgerrechte dürfen keine Konditionalgüter sein, die politisch willkürlich entzogen werden. Europäische Demokratien – darunter Deutschland – sollten diese Tendenz als Mahnmal begreifen und eigene Schutzstandards für eingebürgerte Bürgerinnen und Bürger überprüfen und stärken. Auch zivilgesellschaftliche Akteure in MV können die internationale Debatte nutzen, um lokale Integrations- und Einbürgerungsprozesse positiv zu besetzen.