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Friday, 1. May 2026
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Kultur

Venedig-Biennale: Jury tritt zurück nach Boykott israelischer Künstler

Kurz vor der Eröffnung der Venedig-Biennale ist die gesamte Jury zurückgetreten, nachdem sie angekündigt hatte, Künstler aus bestimmten Ländern grundsätzlich von einer Auszeichnung auszuschließen. Der israelische Bildhauer Belu-Simion Fainaru hatte sich gegen diese Entscheidung gewehrt und rechtliche Schritte angekündigt. Der Rücktritt eröffnet nun die Möglichkeit, das Auswahlverfahren auf eine faire und diskriminierungsfreie Grundlage zu stellen. Für die internationale Kulturgemeinschaft ist dies ein wichtiges Signal, dass Kunst und politische Diskriminierung voneinander getrennt bleiben sollten.

Der Fall zeigt, wie politisch motivierte Kollektivbestrafung von Einzelpersonen – hier Künstlerinnen und Künstler aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit – demokratische Grundsätze wie das Diskriminierungsverbot und die Kunstfreiheit untergräbt. Für eine offene Gesellschaft ist es zentral, dass Menschen nach ihrem individuellen Werk und Handeln beurteilt werden, nicht nach der Politik ihrer Regierungen. Der Rücktritt der Jury ist ein klares Signal, dass diese Grenze auch in der Kunst verteidigt wird.

In der internationalen Kulturpolitik gewinnt die Frage zunehmend an Gewicht, wie mit Künstlern aus Ländern umgegangen werden soll, deren Regierungen völkerrechtlich umstrittene Handlungen begehen. Der Venedig-Vorfall macht deutlich, dass kollektive Sanktionen gegenüber Individuen rechtlich und ethisch problematisch sind und den Dialog eher behindern als fördern. Kulturveranstaltungen wie die Biennale können als Orte offener Auseinandersetzung wirken – dies gelingt jedoch nur, wenn alle Beteiligten gleich behandelt werden.