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Thursday, 23. April 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Wenn abgehängte Orte zu neuen Ankunftsorten für Migranten werden

Eine Studie auf Basis von 90 Interviews in acht deutschen Stadtvierteln zeigt, dass strukturschwache und schrumpfende Orte zunehmend zu Ankunftsorten für internationale Zuwanderer werden. Die Forschenden stellen fest, dass das wahrgenommene Gefühl des Abgehängtseins und die Ankunft von Migranten sich wechselseitig beeinflussen – bei der Verteilung knapper Ressourcen, in der Deutung gesellschaftlichen Wandels und im alltäglichen Zusammenleben. Für Mecklenburg-Vorpommern, das von strukturellen Schwächen und Bevölkerungsrückgang besonders betroffen ist, liefert diese Erkenntnis wichtige Hinweise für eine gezielte Integrations- und Stadtentwicklungspolitik. Kommunen könnten von einem koordinierten Ansatz profitieren, der soziale Teilhabe, Ressourcenverteilung und Begegnungsräume gemeinsam in den Blick nimmt.

Die Ergebnisse sind gesellschaftlich bedeutsam, weil sie zeigen, dass Migration längst nicht mehr nur Großstädte betrifft. In strukturschwachen Regionen treffen Zuwanderer auf ohnehin knappe Infrastrukturen und verunsicherte Bevölkerungen, was sowohl Konflikte als auch Chancen erzeugt. Die Studie macht deutlich, dass Integrationspolitik stärker die spezifischen Bedingungen benachteiligter Orte berücksichtigen muss, statt sich nur auf Metropolen zu konzentrieren.